Archiv nach Monaten: März 2008

„Wir sind fertig.“ ,mag der Eine oder Andere am heutigen Montag gedacht haben, den heute ist Feature-Freeze für die Tempodome-Plattform. Aus Sicht der Planung sollten heute alle Funktionen für den Launch am 07.04. implementiert und per Entwickler-Test validiert sein, dem ist natürlich nicht so. Ich glaube wir kennen alle diesen Zusand „fast fertig“ aus diversen Projekten und am Ende stellt man fest, dass „fast“ ein äußerst dehnbarer Begriff ist. Nun, so ist es auch in unserem Falle, denn es gibt noch einige Funktionen die „fast fertig“ aber ein „must“ für den Launch sind, wobei der Launch-Termin natürlich nicht verschiebbar ist.  Und was passiert nun, auch das ist uns allen schon untergekommen, man macht halt Dinge gleichzeit. So wird nun in der nächsten Woche implemtiert, getest, gefixt und integriert, alles gleichzeitig – wer glaubt, dass das funktioniert, ist ein Phantast. Helge, welcome to the club.

Heute habe ich einen Abstecher nach Berlin gemacht, um einerseits unseren neuen Hosting-Partner kennen zu lernen und andererseits dem Fraunhofer-Institut einen Besuch abzustatten. Der Tag begann mit einigen Anlaufschwierigkeit, wie falscher Zeitplan, Terminänderungen, Zug verpassen – also alles was so ein Reisetag so braucht. Endlich angekommen in Berlin habe ich mit meinen Hostingpartner die Themen im Eiltempo durchgesprochen von Serversetup, Backup, Fallback hin zu Mailserver und Flash-Hosting alles drin und das in nur einer Stunde. Da blieb glatt noch etwas Zeit mal einen Domain-Umzug anzuschieben.

Im zweiten Teil des Tages habe ich das Fraunhofen Institut besucht, Alt Moabit 73, mal am Rande – kein schönes Gebäude. Nach knapp 3 Stunden hatte ich viel Neues gelernt, was von Gestikerkennung über Speech2Video bis hin zu fast schon normalen Codec-Themen ging. Für alles gab es vorentwickelte Lösungen, die „nur“ noch in das eigene Produkt integriert werden müssen – nein, das ist ist nicht ganz richtig und realistisch. An vielen Themen hängt bis zum wirklichen Einsatz auch noch viel Arbeit. Aber staunen darf man schon mal.

Seit dieser Woche gibt es ein paar Verrückte die auf eigene Faust unsere Anwendung entdecken und eigene Inhalte einstellen. Ohje, jetzt gibt es kein Zurück mehr, die Anwender kommen. Im Grunde freuen wir uns riesig, dass jetzt die ersten User unsere Plattform in einer Art von closed Alpha nutzen und etwas Feedback zurück in Team geben. Da wir schon Monate an der Plattform in Betriebsblindheit ein Dauerzustand, der uns in so mache gedankliche Sackgasse getrieben. Wesentliche Erkenntnis für Malte und mich war in der letzten Woche, dass wir zu unserem ursprünglichen Kern, der Online-Bühne, zurückkehren und dieses einzigartige Element stärker fokussieren müssen. Wir sind in der Vergangheit viel zu weit davon abgekommen. Wir sind eine interaktive Livebühne im Internet – verdammt, das müssen wir zeigen! Danke, lieber Nutzer, für die Was-soll-das-Fragen.

Mitte März – es sind bereits 10 Wochen seit dem Start der Umsetzung vergangen, wir haben einigen Täler mit schmerzhaften erfahrungen durchschritten und viel geschafft, aber wo steht das Projekt nun konkret. 50% Fertigstellung oder mehr? Woran misst man etwas, für das es keinen direkten Vergleich gibt. Woran misst man es, wenn man im Definitions- und Verfeinerungsprozess feststellt, dass Dinge nicht funktionieren und auf anderem Wege gelöst werden müssen – Ist das verlorene Zeit oder gewonnene Erfahrung? An etwas völlig Neuem zu arbeiten und nicht den 100sten Bestellprozess zu verfeinern stellt einen nicht nur inhaltlich, sondern auch vom Projektprozess und von der Fortschrittskontrolle vor neue Aufgaben. Das hatte ich mir anders und einfacher vorgestellt. Nichts desto trotz, werden wir am Ende der Woche eine funktionale Anwendung zusammengebaut haben, die den Status eines Prototypen verlassen hat und einen tiefen Einblick in Ideen und Funktionsweisen der Plattform gibt. Wir schaffen das.

Vor einer Woche ist uns nach Bastelei im HTML aufgegangen, dass sich mit geschickten und manchmal auch etwas länglichen Java-Skripten und schicken HTML-Divs ganz schöne Effekte kreieren lassen, aber am Ende doch der Aufwand nicht im Verhältnis zum Ergebnis steht. Für manche Frontendteile unserer Plattform muss es doch eine Alternative zu HTML und Javaskript geben – ach ja, da war doch was: FLASH!

Schon bei dem Gedanken daran, fallen mir so viele negative Beispiele ein, dass ich garnicht weiterdenken möchte, wie ich soetwas in unsere Plattform integriert bekommen. Aber was soll’s, für viele Wow-Effekte der Plattform braucht man wohl eine Alternative zum HTML. Auf geht’s -  laßt uns Flasher suchen. Echt keine gute Idee zur Zeit.