Dass Vertrag von “sich vertragen” kommt, mag ja sein, aber der Weg zum Vertrag ist ein langer. Besondere Schwierigkeit in unserem Fall, es soll ein Vertrag zwischen drei Parteien werden - und nun sitzen wir dran und schieben Verantwortlichkeiten, Rechte und Pflichten von links nach rechts, machen uns Gedanken, wie wir bestimmte Dinge gern regeln würden. Ein sehr mühsamer Prozess, es gehen Mails hin und her, es wird telefoniert, man ist sich inhaltlich einig, nur will die “Papierform” nicht gelingen. Seltsam.

Am Ende steht man sich quasi für den Handschlag gegenüber und macht einfach mal weiter, ohne die letztendliche Unterschrift - die Zeit will einfach nicht verschenkt werden.

Nachtrag:

Verträge in der Musik-Branche haben ihren eigenen Charm.

In dieser Woche haben wir uns aus technischer Sicht erneut mit dem Thema der Skalierung unserer Chat-Applikation beschäftigt, da wir am Horizont schon sehr deutlich unsere nächste Herausforderung sehen können. Der Chat ist heute eine doch sehr einfach zusammengebaute FMS-Anwendung (Flash Media Interactive Server), die über eine Aufteilung von Usern in Chaträume die Interaktion der User vor der Online-Bühne steuert. So weit, so gut. Unser Modell funktioniert bis ca. 1000 Usern wunderbar, der Server liegt bei 25% Last auf einer CPU, Hauptspeicher bei 80 MB, alles prima. Nun geben wir ein paar User mehr hinzu und die Sache eskaliert - 2000 User wurden nie erreicht bevor die CPU am Ende war. Zugegeben wir haben die User auch ca. alle 300ms von mehreren Clients gleichzeitig hinzugefügt, aber das soll keine Entschuldingung sein. Die Anwendungsarchitektur ist hier der limitierende Faktor.
Schnell wurde die altgekannte Liste der Alternativen hervorgeholt:

  1. Jabber-Chatserver (Openfire) und Flash-Client (XIFF)
  2. Red5-Server - Lizenzfrei und serverseitige Entwicklung in Java
  3. Anwendungsarchitektur umstellen

Die Entscheidungen fielen aufgrund des enge Zeitrahmens sehr schnell. Als kurzfristige Lösung sollte die Architekturumstellung durchgeführt werden, da wir uns hier mit eigenen Mitteln sehr schnelle Ergebnisse erhoffen, die uns auch jenseits der 10.000 User skalieren lassen. Mittel- bis langfristig soll der Umstieg auf einen XMPP-Server fokussiert werden, da wir hier zusätzlichen zu der einfacheren Skalierung auch den Vorteil eines offenen Standards hinzugewinnen können. Gesagt getan, zwei Teams, zwei Aufgaben. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse.

Wahnsinn! Am gestrigen Samstag haben wir 6 Stunden lang aus Berlin das ENERGY in the Park 2008 direkt vom Standbad am Wannsee übertragen. Das war ein wahrer Übertragungsmarathon, ganz zu schweigen von den tausend kleinen Einzelheiten die im Vorfeld einer solchen Veranstaltung alle schiefgehen können und natürlich genau dann, zwar immer ein wenig anders, auch garantiert eintreten. Aber so langsam bekommt man tatsächlich Routine im Krisenmanagement kurz vor der Übertragung, hier noch ein Problem mit dem Server, mit dem Upstream und mit der dem IE 6 - super, alles am Samstagmorgen. Tja und manchmal kann man auch einfach mal nichts machen - so bei uns -wenn die liebe T-Com einen Upstream von 768kBit/s nach ursprünglicher Anforderung von 2MBit/s als “sicher!” zusagt und wir am Ende mit hängen und würgen knapp 480kBit/s maximal und manchmal sogar nur 350kBit/s durch die Leitung bekommen. Super! Glanzleistung liebe T-Com. Für alle Zuschauer die den ein oder anderen Wackler in der Übertragung hatten, möchte ich eine große Entschuldigung aussprechen, aber wir haben wirklich alles versucht. Anbei trotzdem ein paar schöne und lustig Impressionen von Online-Event.

“Du bist nicht vor Ort – aber trotzdem live dabei, wenn am 05. Juli 35.000 Fans bei ENERGY in the Park das Strandbad Wannsee in Berlin rocken. Das ganze Event wird live und in voller Länge übertragen!
Registrier dich jetzt online und erlebe Stars wie Leona Lewis, Sunrise Avenue, The Rasmus, Madcon und Jordin Sparks hautnah während Du mit Deinen Freunden chattest oder neue Leute kennenlernst!
Alle Infos unter energystage.de oder direkt energyinthepark.de!”
Soweit der Radio-Spot von ENERGY. Viel gibt es nicht zu ergänzen, wir übertragen das Spektakel ins Internet, unter den oben genannten Links findet man Einlass und dann schauen wir mal! Get this party started on a saturday night, everybody’s waiting for you to arrive …

Heute haben wir in Kooperation mit Warner Music (herzlichen Dank!) ein unveröffentlichtes Live-Konzert von Jason Mraz auf unserer Plattform im Internet live gestreamt. Unsere Online-Stage wurde dafür in die Website von Jason Mraz - www.jason-mraz.de eingebunden, so dass die Besucher nach kurzer Registrierungen auf der Bühne das Konzert live erleben konnten. Für uns war es eine gelungener test für Streaming und Online-Bühne, bei dem wie sollte es anders sein, das ein oder andere Ärgernis zu beobachten war. Willkommen in der Welt von Adobe.
Naja jedenfalls ist die Bugliste jetzt wieder gut gefüllt und wir können uns an die Arbeit machen.

Parallel zur Lösungssuche für unser aktuelles Chat-Server-Thema und die wahnwitzigen Vorstellungen vom Adobe-Support es zu lösen, haben wir (in Technik gesprochen) einen neuen Thread aufgemacht:
- RED5 Server
- XMPP-Chat (Jabber) z.B. Openfire und XIFF
Nach Gesprächen und Diskussionen sind wir zum Schluss gekommen, dass es wohl den Aufwand lohnt sich mal intensiv mit Alternativen zur Chat-Abwicklung über der FMS zu beschäftigen. Dabei sind die Skalierbarkeit und Offenheit des Systems die wesentlichen Motivatoren um hier einmal Gas zu geben.
Wenn jemand seine Erfahrung mit uns teilen möchte, wir wären sehr dankbar!

Jeder kennt das Thema “in Lösungen denken”. Aber mach erstmal, wenn der Kopf voller Probleme ist.
Okay, so geht’s nun auch nicht. In dieser Woche hab ich mich mal intensiv um unseren hustenden Flash-Server gekümmert. Dazu wurden Dokumentationen gewälzt, Experten befragt und Adobe angerufen … apropos “Adobe angerufen”, ich weiss jetzt was der Gold-Support für uns kostet: ca. 16.000 Euro. Super Idee, ein Schnäppchen - komisch, dass ich nicht gleich zugeschlagen haben. Ja, was soll ich sagen, nach mehrfachen Tests (Dank, an alle Helfer!) kommen wir der Sache auf den Grund. Wir können uns mal kräftig an die eigene Nase packen, denn mit unserer Umsetzung der serverseitigen Chat-Komponente ist auch wirklich schnell das Ende der Fahnenstange und der Server-Ressourcen erreicht. Man kann halt die Aufgabe so oder so lösen, aber nicht so wie wir es gemacht haben. Es hat natürlich etwas Gutes - wir können es selbst verbessern und ich hoffe wir lernen daraus.

Nachdem wir uns in den letzten Wochen auf das Gebiet der Produktentwicklung vorgewagt haben, lehnen wir die damit verbundenen Herausforderungen natürlich nicht ab. Da kommt dann mal so die Frage: “… und was ist mit 50.000 Besuchern im Online-Konzert?”. Ja, was ist mit 50.000 Zuschauern. Das ist ‘ne ganz schöne Menge. Wahnsinn - das wäre mal der Hammer. Ach so, es ging wohl eher, um das Verhalten der Plattform. Mmm, keine Ahnung, wenn wir ehrlich sind. Wir können noch so viele Tests machen, es bleiben halt Tests.
Für das Streaming sehe ich ja mal keine Schwierigkeiten, da ist Akamai als weltweiter Marktführer mal locker für bereit, aber was ist mit unserem Chat. Uuih, da flattern die Hosenbeine, dieser Adobe Flash Media Server mit unserer Anwendung macht mir schon mal Sorgen. Da müssen wir mal intensiv unter die Haube schauen. Vielleicht brauchen wir hier ‘ne Technologie-Alternative.

Gelegenheit macht Liebe. Durch die anhaltenden Schwierigkeiten einen finanzierbaren koninuierlichen Programmplan für Events auf unserer TEMPODOME Live-Stage aufzustellen tritt gerade der Aufbau eines TEMPODOME-Produktes für Businesspartner stark in den Vordergrund. In den letzten zwei Wochen haben wir Gespräch mit Interessenten geführt und hierbei deutlich gespührt, dass ein Bedarf besteht, Content mit einer Community in Verbindung zu bringen und dabei das Live-Event als Highlight und Anlaß in den Vordergrund zu stellen. Aber machen wir uns nichts vor, vom ersten Gespräch bis zur wirklichen Umsetzung ist es ein sehr langer Weg - spannend ist’s schon.

Rückblickend auf die hinter uns liegenden Live-Konzerte und die Resonanz auf TEMPODOME fällt es mir nicht leicht ein einfaches Fazit der letzten Monate zu ziehen, dennoch will ich’s mal kurz und knapp versuchen. Wir sind in der Lage mit unserer Online-Stage ein Erlebnis im Internet zu erzeugen - also Mission completed - naja, ganz so einfach ist es dann doch nicht. Durch das Nutzer-Feedback ist uns klar geworden, dass unserer Plattform noch viele der grundlegenden “Community-Features” fehlen, damit die Online-Konzert-Gänger zusammenbleiben und sich auf das nächste Event freuen können. Da müssen wir ran. Zusätzlich merken wir schmerzlich was für ein langer Weg es ist, ein kontinuierliches Booking unserer Location hinzubekommen, ohne das wir die Verhältnismäßigkeit von Aufwand und Nutzen extrem überziehen. Schwierig, schwierig, hier müssen Lösungen her. Also nach vor gucken und weiter …